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Wie Sprechakte Macht konstituieren: Tifa und die kodierte Kommunikation in der chinesischen Politik
Dr. Marina Rudyak, Universität Heidelberg

Wer chinesische Politik verstehen will, muss ihre höchst formalisierte Sprache - tifa 提法 - „dekodieren“ können. Gemeinhin übersetzt als „Formulierung“, bezeichnet tifa im Vokabular der KPCh die (eine) korrekte Methode fa (法), einen Sachverhalt zu diskutieren ti (提). Für Außenstehende mögen tifa wie leere Propagandahülsen erscheinen. Selbst jene, die in China aufgewachsen sind, haben oft nur eine vage Vorstellung davon, was hinter dem “China-Traum von der großen Renaissance des chinesischen Volkes” (中华民族伟大复兴中国梦) oder der “Schicksalsgemeinschaft der Menschheit” (人类命运共同体) steht.⁠ Die Tifa sind aber nie zufällig oder ohne Bedeutung; sie reflektieren die Ergebnisse der Machtkämpfe innerhalb der Partei und regulieren durch das Vorschreiben (oder Verbieten) von Formulierungen nicht nur was gesagt oder geschrieben wird - sondern im weiteren Sinne auch, was getan wird.

MARINA RUDYAK studierte Sinologie und öffentliches Recht in Heidelberg und Shanghai und promovierte zu Chinas Rolle in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sinologie der Uni Heidelberg.
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