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Daniela Dahn: Alle Macht den Medien? Die Umdeutung der 89er-Revolution
Pressefreiheit – Freiheit wozu? Es gibt immer mehr postmoderne, versuchte oder vollzogene Staatsstreiche, die weitgehend auf medial verbreiteten Lügen beruhen. So der Sturm aufs Kapitol in Washington, der Brexit, das Referendum in Katalonien. Auch die letzten Volkskammerwahlen in der DDR gehören in diese Reihe. Das ist in der Geschichtsschreibung bisher Tabu. Mit viel Tamtam und schwerwiegenden Fakes nicht nur in der Boulvard-Presse, sondern auch in den als seriös geltenden westdeutschen “Qualitätsmedien”, ist eine Stimmung erzeugt worden, die Egon Bahr als “reinster Psychoterror nach Goebbels-Manier” bezeichnete. Günter Grass sprach von “Sportpalaststil: Wollt ihr unseren Reichtum?”. Mit der Demagogie vom angeblich bevorstehenden Bankrott der DDR ist eine Panik erzeugt worden, die eine freie Urteilsbildung blockierte. Das Wahlergebnis stand in krassem Gegensatz zu den Meinungsumfragen in der DDR vor und nach der Wahl. Drei Viertel der Ostdeutschen wollten eben nicht so schnell wie möglich wie im Westen leben, sondern sie wollten eine langfristige Einheit auf gleicher Augenhöhe, in die jede Seite wohl bedacht Eigenes einbringt. Stattdessen wurde die Revolution aufgekauft.

Gesprächsleitung: Susan Neiman, Potsdam
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Speakers

Daniela Dahn
Daniela Dahn, geboren in Berlin, studierte Journalistik in Leipzig und war Fernsehjournalistin. 1981 kündigte sie und arbeitet seitdem als freie Schriftstellerin und Publizistin. Sie war Gründungsmitglied des Demokratischen Aufbruchs und hatte mehrere Gastdozenturen in den USA und Großbritannien. Sie ist Trägerin unter anderem des des Fontane-Preises, des Kurt-Tucholsky-Preises für literarische Publizistik, der Luise-Schroeder-Medaille der Stadt Berlin und des Ludwig-Börne-Preises. Zuletzt erschienen: “TAM TAM UND TABU – Die Einheit: Drei Jahrzehnte ohne Bewährung” (2020), “Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute – Die Einheit – eine Abrechnung” (2019), „Wir sind der Staat. Warum Volk sein nicht genügt“ (2013), „Wehe dem Sieger! – Ohne Osten kein Westen“ (2009), „Demokratischer Abbruch, Von Trümmern und Tabus“ (2005).