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Eine Stadt wird sich fremd. Kiew im Jahrzehnt der Gewalt 1937 bis 1947
Dr. Bert Hoppe, Historiker, Berlin

Die Ermordung von mehr als 33.000 Kiewer Juden in Babyn Yar bei Kiew durch deutsche Polizisten und SS-Männern im September 1941 gilt inzwischen als Chiffre für den Holocaust in den besetzten sowjetischen Gebieten. Bert Hoppe zeigt das Massaker in seinem Vortrag als den grausamen Höhepunkt eines Jahrzehnts voller Gewalt, der die Kiewer Gesellschaft ausgeliefert war, an der sie sich aber auch selbst beteiligte. Er fragt danach, welche Erfahrungen aus der Zeit vor 1941 die Einwohner Kiews geprägt haben und welche Auswirkungen die deutsche Besatzung nach der Befreiung der Stadt durch die Rote Armee hatten. Indem er den Ausformungen der Gewalt im konkreten Stadtraum Kiews nachfolgt, zeichnet er das Bild einer Stadt, die sich gewissermaßen selbst fremd wurde: Wer der eigene Nachbar war, und was Nachbarschaft überhaupt bedeutete, stand den ganzen Zeitraum über in Frage.

Gesprächsleitung: Dr. Mischa Gabowitsch, Potsdam
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